19.03.2020 23:46

Arbeits- und Team-Organisation in Zeiten eines erhöhten Infektionsrisikos (Corona)

 

In den letzten Tagen hat sich in unserer privaten und beruflichen Welt alles geändert, was wir bisher als gesichert angenommen haben. Social Distance ist zum neuen Mantra geworden und Hände waschen zur neuen Routine. Aber ich bin sicher, wir müssen und können noch viel mehr tun, um insbesondere im beruflichen Umfeld das Infektionsrisiko weiter zu minimieren.

Ich habe mir in den letzten Tagen hierzu einige Gedanken gemacht, die hoffentlich für einige eine Anregung sind, die eigenen Möglichkeiten zur Umsetzung noch einmal zu hinterfragen.


Ich versuche die Überlegungen zu den Risiken und Handlungs-Optionen an einem einfachen Beispiel darzustellen.

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Als Beispiel habe ich ein Unternehmen mit 20 Mitarbeitern genommen, die bisher während der üblichen Geschäftszeiten gemeinsam am gleichen Standort arbeiten.


Hier ist natürlich sofort die erste Überlegung, ob ich die Mitarbeiter zeitlich und/oder räumlich in mehrere Teams aufteilen kann. Durch die Aufteilung in zwei Teams würde sich das Risiko, dass das Unternehmen komplett handlungsunfähig wird schon um 50% reduzieren


Je mehr Teams umso größer wird die Risikominimierung. Das gilt natürlich nicht nur für das Risiko, dass das Unternehmen handlungsunfähig wird, sondern gleichzeitig bedeutet es auch im Sinne des Mitarbeiterschutzes, dass die gleiche Risikominimierung im Rahmen der Berufsausübung für die Mitarbeiter erreicht wird.

  • bei drei Teams um 66%

  • bei vier Teams um 75%, 

  • bei fünf Teams um 80%

  • bis zu einem Maximum von 20 Teams (jeder Mitarbeiter arbeitet separat z.B. im Home Office) um 95%. 


Das ist erstmal reine Statistik bzw. Wahrscheinlichkeitsrechnung und leider nur ein mathematisches Modell. Welche Überlegungen können uns nun helfen, aus einem solchen mathematischen Modell eine konkrete Implementierung zu entwickeln.


Welche Fragen können hierzu gestellt werden:


  • Ist eine Aufteilung grundsätzlich möglich?

  • Kann ich die Aufteilung zeitlich organisieren?

    • Hier wird sich evtl. eine Restriktion auf max. 3 Teams ergeben z.B. durch die  Einrichtung eines Zwei- oder Drei-Schicht Modells.

    • Dieses Modell kann aber z.B. in der Produktion sinnvoll sein, da evtl. benötigte Maschinen nicht mal eben auf mehrere Standorte verteilt werden können.

  • Kann ich die Aufteilung räumlich organisieren?

    • Ist dies in den eigenen Räumen des Unternehmens möglich?

    • Kann ich evtl. mit einem befreundeten Unternehmen in der Nachbarschaft eine gemeinsame Lösung finden?

    • Bin ich für Home Office vorbereitet oder kann ich dies sehr schnell organisieren?

    • Kann ich kurzfristig andere Räume anmieten?

  • Kann ich sicherstellen, dass die Teams über einen längeren Zeitraum strikt getrennt bleiben?

    • Bei allen vorherigen Überlegungen muss man sich natürlich immer darüber im klaren sein, wenn ich die Trennung auch nur kurzfristig unterbreche, schnellt sofort das Infektionsrisiko wieder hoch.


Zum Abschluss dieses Beitrages vielleicht auch noch ein paar Tipps und Ideen für die konkrete Umsetzung:


  • Zur Online-Organisation im Internet bieten aktuell viele Firmen kostenfreie ihre Suite an Werkzeugen an. Ich selber habe in den letzten Jahren gute Erfahrungen mit Zoho gemacht, die sowohl für ihre Bestandskunden, wie auch für neue Nutzer ein Notfallprogramm zur Unterstützung kleiner Unternehmen (ESAP: Small Business Emergency Subscription Assistance Program) anbieten.

  • Ihr möchtet kurzfristig und ohne langfristige Bindung zusätzliche Räume oder Arbeitsplätze? Dann schaut doch einfach, welche Business Center oder Coworking Spaces in der Nähe ein passendes Angebot machen können.

  • Ein Mitarbeiter eures Teams könnte grundsätzlich auch aus dem Home Office arbeiten, aber es fehlen die technischen oder räumlichen Voraussetzung zuhause? Auch hier könnte ein Coworking Space oder Business Center - aber diesmal in der Nähe des Mitarbeiters - kurzfristig die passende Lösung sein.


Bei Coworking4You in Overath bieten wir in der Corona Krise die Möglichkeit zwei Monate zum Preis von einem Monatsbeitrag zu buchen. 


Ich freue mich über Feedback und ergänzende Ideen, die ich gerne in diesen Beitrag mit aufnehme.


Bernd Rützel - 0172 250 4202

bernd.ruetzel@roggio.de